FmBtl 120 (EloKa)

FmRgt 120 (EloKa)

1957 - 1992

1992 - 1994

 

 

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Fernmeldebataillon 120

- ein Verband der Elektronischen Aufklärung -

(Auszug aus Chronik und div. Festschriften des FmBtl / FmRgt 120)

Bei der Aufstellung der Bundeswehr im Jahre 1956 wurden auch Verbände und Einheiten der elektronischen Kampfführung vorgesehen. Jedem der damaligen drei Korps wurde ein Bataillon zugeordnet. Als Standort für das EloKa-Bataillon des I. Korps wurde die Lent-Kaserne in Rotenburg (Wümme) bestimmt.

Anfang Juli 1959 wurde durch das BMVg der Aufstellungsbefehl für das Fernmeldebataillon 120 erlassen. Am 20.07.1959 traf in Rotenburg ein Vorkommando, bestehend aus 12 Soldaten, unter Führung von Leutnant Brückner ein. Die Soldaten fanden in der Lent-Kaserne eine völlig verwahrloste Baracke (Block 36) vor, die nur Platz zur Unterbringung von 120 Mann bot. Geschäftszimmer, Lagerräume und Lehrsäle standen nicht zur Verfügung. Unter schwierigsten Begingungen bereitete das Vorkommando die Unterkünfte vor. Und am 01.08.1959 konnte der mit weiteren Soldaten aus Bergisch Gladbach ankommende erste Bataillonskommandeur, OTL Opitz, die Unterkunft übernehmen.

Das Bataillon bestand zu diesem Zeitpunkt aus 6 Offizieren, 42 Unteroffzieren und 72 Mannschaften. In der Folgezeit wurden noch einige zusätzliche Baracken (Feldhäuser) errichtet, um die Unterkunftssituation erträglicher zu gestalten und um Platz für weitere zuzuversetzende Soldaten zu haben.

Im Oktober1959 fand das Richtfest für die Bundesdarlehnswohnungen am Heideweg statt und die verheirateten Soldaten konnten absehen, wann die Trennung von den Familien ein Ende haben würde. Da in Rotenburg nicht in ausreichender Anzahl Bundesdarlehnswohnungen zur Verfügung standen, wohnten für eine Übergangszeit einige Familien in Wohnungen, die für die niederländische Garnison Seedorf in Zeven vorhanden waren.

Seit 1959 wurde das FmBtl 120 weiter personell und materiell aufgestockt. 1960 wurden die ersten Rekruten zum Bataillon einberufen und hier für einen Einsatz im EloKa-Fachdienst ausgebildet. Erste Übungseinsätze des Batailons fanden im Herbst 1960 und 1961 statt. Bis zum 01.05.1962 konnten die vorgesehenen drei Kompanien aufgestellt werden. Das Bataillon hatte nun eine Stärke von 579 Soldaten.

Die Einsatzgrundsätze des Bataillons wurden in einer ersten Planübung im Februar 1963 erprobt. An der Übung nahmen u.a. teil: BrigGen Krantz (Stv. KG und Kdr KorpsTr I.Korps), Oberst Beyling (KorpsFmKdr 1) und Oberst Mettig (Kdr FmStab 60).

Am 16.09.1963 wurde die FmAusbKp 428 von Oldenburg i.O. nach Rotenburg (Wümme) verlegt und dem FmBtl 120 unterstellt. Die Kompanie war am 01.04.1962 beim FmBtl 11 aufgestellt worden.

Ab Mitte 1963 begannen der Dauereinsatz des Bataillons in der HF-Erfassung und in der Heerespeilbasis sowie der Einsatz der VHF- und EloAufkl-Teile im (damals) grenznahem Raum. 1964, fünf Jahre nach Aufstellungsbeginn, konnte das Bataillon endlich die neu errichteten Unterkunftsgebäude beziehen.

Am 01.04.1973 wurde aus Teilen der 3./FmBtl 120 die Fernmeldekompanie 621 aufgestellt und am 01.10.1974 nach Neumünster verlegt und dem FmBtl 6 unterstellt. Ebenfalls aus Teilen der 3./FmBtl 120 erfolgte am 01.04.1974 die Neuaufstellung der FmKp 945 in den Standorten Schaafhausen und Ehra Lessien. Diese Kompanie wurde am 01.10.1976 dem FmStab 94 in Daun unterstellt.

Am 01.04.1978 wurde das FmBtl 120 erneut umgegliedert. Es enstanden die FmKp 3 (für die 3. PzDiv) und die FmKp 11 (für die 11. PzGrenDiv). Das FmBtl 120 hatte nun zusammen mit den “D”-Kompanien und der AKp (AusbKp 428) eine Gesamtstärke von ca. 1000 Mann.

Im Oktober 1979 wurde die FmAusbKp 4/I neu aufgestellt und dem Bataillon unterstellt.

Nach jahrelanger Improvisation konnten 1980 die Arbeitsbedingungen des im ständigen Auftrag eingesetzten Personals entscheidend verbessert werden. Das neue Fernmelde-Sondergebäude und das dazugehörige Antennenfeld an der B71 konnten endlich in Betrieb genommen werden. Kurze Zeit darauf hielt für das Bataillon mit der Inbetriebnahme der Datenfernübertragungsstation auch die moderne Technik Einzug in den täglichen Aufklärungsbetrieb.

Aber noch mehr tat sich in den 80er Jahren: Im Juli 1980 wurde die FmAusbKp 428 in FmAusbKp 5/I umbenannt. 1981 wurde die FmAusbKp 4/I dem FmKdo 1 in Münster unterstellt. Und ein Jahr später ebenfalls die FmKp 3 und 11. Von 1984 bis 1988 wurde aus dem II.Zug der FmKp 945 in Neu Tramm die FmKp 1 aufgestellt. Im Oktober 1989 musste die FmAusbKp 5/I Rotenburg verlassen und wurde nach Clausthal-Zellerfeld verlegt.

Im Juli 1989 feierte das FmBtl 120 sein 30jähriges Bestehen. Mit einem “Tag der offenen Tür” nahm die Bevölkerung daran teil. Im gleichen Jahr wurden die ersten VHF-Peiltrupps auf TPz Fuchs eingeführt. Leistungsfähigkeit uind Beweglichkeit der D-Kompanien wurde hierdurch erheblich gesteigert.

Mit Beendigung des “Kalten Krieges” zwischen Ost und West und der deutschen Wiedervereinigung 1990 änderte sich auch zwangsläufig der Aufklärungsauftrag des FmBtl 120. Im Fm-Sondergebäude kam fortan weniger Personal für Erfassung und Auswertung zum Einsatz. Nach und nach verringerte sich der Schichtdienst, der jahrelang “rund um die Uhr” Schwerpunkt der Arbeit in den FmBtl EloKa gewesen war. Ebenso wurden die in der Vergangenheit äusserst häufig stattfindenden Aufklärungsübungen und -einsätze entlang der innerdeutschen Grenze drastisch zurückgeschraubt. Betroffen waren hier insbesondere die FmKp 3 und 11 sowie der RiFuAufklZg der 2./120, die ihre Einsatzorte Schutschur, Bahrdorf und Schöningen ebenso vermissten wie die Mitwirkung an Heeres-Großübungen, bei denen sie regelmäßig ihr Können unter Beweis stellen durften. 

 

 

 

Fortsetzung folgt!